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Tetanus: Frau mit Gartenhandschuhen in der Hocke im Garten hält einen bepflanzten Blumentopf.
iStock/AleksandarNakic
Symbolbild

Tetanus ist eine oft schwer verlaufende Infektion, mit der man sich jederzeit anstecken kann. Die Erreger lauern auch im heimischen Garten. Eine Impfung schützt, vorausgesetzt, sie ist nicht älter als 10 Jahre.

Beim Arbeiten im Garten oder beim Sport im Freien – wenn wir uns im Frühjahr wieder mehr in der Natur aufhalten, steigt das Risiko, dass wir mit dem Tetanuserreger in Kontakt kommen. Doch weil es gegen Tetanus eine sichere Impfung gibt, wird die Infektionsgefahr oft unterschätzt. Viele wissen aber gar nicht, ob ihr Impfschutz überhaupt noch ausreicht.

In Erde und Staub

Die Infektionskrankheit Tetanus (Wundstarrkrampf) wird durch Bakterien mit dem Namen Clostridium tetani versursacht, die im Erdboden und im Staub leben. Meist gelangen die Sporen der Bakterien mit Holzsplittern, Nägeln oder Dornen in den Körper. Bereits bei kleinsten Verletzungen oder Schürfwunden kann es passieren. Das Heimtückische: Bis erste Krankheitszeichen einer Infektion sichtbar werden (Inkubationszeit), können Tage bis Wochen vergehen.

Typische Zeichen von Tetanus

Auslöser der Symptome sind nicht die Bakterien selbst, sondern die von ihnen produzierten Giftstoffe. Diese Toxine schädigen die roten Blutkörperchen und vor allem das Nervensystem. Deshalb kommt es zu den typischen Muskelkrämpfen, wenn die Krankheit fortschreitet. Zuerst ist meist das Gesicht betroffen. Die Krämpfe verursachen eine Art „Dauerlächeln“, zudem lässt sich der Mund oft nicht mehr vollständig öffnen.

Andere Zeichen sind Kribbeln und Taubheit im Bereich der Verletzung, Schluckbeschwerden oder ein steifer Nacken. Später breiten sich die Giftstoffe und damit auch die schmerzhaften Muskelkrämpfe über den ganzen Körper bis ins Gehirn aus. Es kommt zu Kreislaufstörungen und schlimmstenfalls zum Atemstillstand. Besonders gefährdet sind nicht oder nicht ausreichend geimpfte Neugeborene und ältere Menschen.

Notfall Tetanus

Besteht bei einer größeren Verletzung das Risiko einer Tetanus-Infektion, muss schnellstmöglich ein Krankenhaus aufgesucht werden. Dort wird die frische Wunde gereinigt und eine Tetanusspritze gegeben, wenn nicht klar ist, ob ein Impfschutz besteht.

Bei Verdacht auf eine Infektion erhalten Betroffene Antibiotika, um die Tetanusbakterien abzutöten und Antikörper, um die Giftstoffe der Erreger unschädlich zu machen. Weil sich so häufig nicht alle Toxine neutralisieren lassen, erfolgt bei einer Tetanusinfektion die Behandlung auf der Intensivstation. Dort werden Medikamente gegeben, um die Muskulatur zu entspannen und die Herz- und Kreislauffunktion sowie die Atmung sicherzustellen.

Tetanus-Impfung schützt

Der wirksamste Schutz vor Tetanusinfektionen ist die Impfung mit inaktiviertem Tetanusgift. Sie gilt als gut verträglich und schützt zu fast 100 Prozent vor der Wirkung des Tetanusgifts. Kinder werden zur Grundimmunisierung dreimal geimpft:

  • Erstimpfung im Säuglingsalter
    (mit 2 Monaten)
  • 2. Impfung mit 4 Monaten
  • 3. Impfung mit 11 Monaten
  • Frühgeborene erhalten eine zusätzliche 4. Impfdosis mit 3 Monaten

Die erste Auffrischung bekommen Kinder mit 5 bis 6 Jahren, dann erneut im Alter von 9 bis 16 Jahren.

Erwachsene mit vollständiger Grundimmunisierung sollten alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung erhalten.

Wer hat ein erhöhtes Risiko?

Zwar sollte sich jeder gegen Tetanus impfen lassen. Besonders wichtig ist das aber für ältere Menschen und Diabetespatienten mit Durchblutungsstörungen, Wunden oder Hautausschlägen. Um die Infektion bei Neugeborenen zu verhindern, sollte die werdende Mutter ausreichend geimpft sein. Denn die schützenden Antikörper gegen das Tetanusgift gelangen aus dem Blut der Mutter über die Plazenta zum Kind.

Impfung nach jeder Verletzung?

Um jedes Infektionsrisiko zu vermeiden, sollte man sich nach einer Verletzung impfen lassen – gerade wenn nicht sicher ist, ob der Tetanusschutz noch ausreicht. Bei kleineren sauberen Wunden reicht in der Regel eine einmalige Auffrischung aus. Bei tiefen, verschmutzten oder größeren Verletzungen sowie unklarem Tetanusschutz kann zusätzlich zur Auffrischung ggf. bereits nach 5 Jahren die Gabe von Tetanusantikörpern notwendig sein. Sie helfen dem Körper, Tetanuserreger abzutöten.

Keine bleibende Immunität

Die gute Nachricht ist, dass Tetanuserreger nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Man kann sich also bei der Versorgung eines Infizierten nicht anstecken. Die weniger gute Nachricht: Auch nach einer überstandenen Tetanusinfektion sollte man sich regelmäßig impfen lassen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Infektionskrankheiten kann man sich auch nach einer überstandenen Infektion immer wieder neu anstecken.

Erste Hilfe bei Wunden

Das Ziel der Behandlung kleinerer Alltagswunden ist, Infektionen vorzubeugen sowie die Heilung zu unterstützen und zu beschleunigen. Das gelingt mit folgenden Schritten:

· Kleinere Schmutzpartikel mit Leitungswasser oder einer sterilen Kochsalzlösung ausspülen.
· Steinchen oder Holzteile mit einer sterilen Pinzette entfernen.
· Schürf-, Schnitt- und Risswunden mit farblosen Hautdesinfektionsmitteln wie Octenidin oder Wundsprays mit Polyhexanid behandeln. Sie wirken gegen viele Bakterien, Viren und Pilze und brennen nicht.
· Jodhaltige Präparate wie Betaisodonasind für blutende Wunden ungeeignet. Sie werden durch Blut und Eiter inaktiviert. Zudem verfärben sie Textilien.
Feucht oder trocken? Je nach Wundart sind verschiedene Verbandmaterialien geeignet. Oberflächliche Schürfwunden heilen mit feuchten Wundauflagen oft besser. Sie erleichtern zudem den Verbandwechsel. Neben klassischen Pflastern, Mullbinden und Kompressen für kleine Alltagsverletzungen sollte die Hausapotheke auch feuchte Wundauflagen enthalten.

Wichtig: Größere oder bereits infizierte Verletzungen sowie Wunden bei Menschen mit Durchblutungsstörungen oder chronischen Krankheiten wie Diabetes müssen immer ärztlich versorgt werden.

Tetanus und Sepsis

Tetanus und Sepsis (umgangssprachlich Blutvergiftung) werden manchmal miteinander verwechselt. Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Der Auslöser kann eine Verletzung am Finger, ein Insektenstich, aber auch eine Grippe oder Lungenentzündung sein. Die Erreger (nicht nur Tetanusbakterien) und ihre Gifte breiten sich dabei über das Blut im gesamten Körper aus. Das Immunsystem reagiert mit starken Entzündungsreaktionen, die sich auch gegen körpereigene Organe richten und zu deren Versagen führen. Mögliche Zeichen einer Sepsis sind:

· Fieber oder Unterkühlung, Schüttelfrost

· plötzliche Schläfrigkeit, Verwirrtheit

· schneller Herzschlag, hoher Puls

· niedriger Blutdruck

· schnelle, schwere Atmung, Luftnot

· (Muskel-)Schmerzen

· blässlich graue Haut

· Austrocknen, kein Wasserlassen

· Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Ohne schnelle Behandlung im Krankenhaus verläuft eine Sepsis meist tödlich. Bei Verdacht im Zusammenhang mit einer Verletzung sollte man umgehend den Notarzt (112) rufen. Gegen Sepsis selbst gibt es keine Impfung, gegen Infektionen wie Tetanus, Grippe oder Pneumokokken aber schon. Besprechen Sie sich dazu mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Hausapotheke komplett?

Lassen Sie bei uns gerne Ihre Hausapotheke checken. Sind desinfizierende Mittel und ausreichend Verbandmaterial vorhanden? Wir erklären Ihnen gerne auch die Anwendung trockener und feuchter Wundauflagen.

Barbara Walter,

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